Gute Überschriften schreiben ist eine Kunst für sich – das gilt für Online-Texte besonders. Denn die berühmte H1 muss sowohl für Google als auch für unsere Lesegewohnheiten im Web optimiert sein. Ich zeige dir 11 Ideen für Überschriften, die gern geklickt werden.

 

Inhaltsverzeichnis

 

In Print-Magazinen und Zeitungen lassen sich Überschriften kreativ gestalten, es kann mit Wortspielen oder Andeutungen gearbeitet werden. Damit wecken dieÜberschriften Emotionen, bleiben aber auch gern uneindeutig, was den nachfolgenden Inhalt betrifft.

Das können sich Print-Medien allerdings – anders als Online-Texte – auch leisten. Denn weil der Artikel mitsamt Bildern und Kontext den Leser:innen bereits vorliegt, wissen diese auch bei abstrakteren Überschriften, was sie in etwa erwartet, und lesen gern weiter.

Bei Online-Texten müssen gute Überschriften dagegen auf den ersten Blick zu verstehen geben, was vom Artikel zu erwarten ist. Denn Überschriften im Web sind der Dreh- und Angelpunkt, ob der Artikel überhaupt bei Google gefunden, angeklickt und gelesen wird. Entscheidend ist daher, dass die Online-Überschrift

  • das wichtigste Keyword des Themas enthält,
  • gut bei der Google-Vorschau (Snippet) zu sehen ist, also zwischen 50 und 80 Zeichen lang ist,
  • zum Klicken animiert und
  • hält, was sie verspricht.

Der letzte Punkt wird oft vergessen, ist aber besonders wichtig. Denn wenn Leser:innen mit einer möglichst spannenden Überschrift auf eine Seite gelockt werden, aber nicht finden, was sie suchen, sind sie enttäuscht und klicken schnell wieder weg. Solche Klickköder werden Clickbaiting genannt.

Google interpretiert das schnelle Wegklicken als negatives Erlebnis der Suchmaschinenbenutzer:innen und straft die Seite mit der Klickköder-Überschrift ab – mit einer schlechteren Platzierung bei den Suchergebnissen.

Daher ist es wichtig, dass Überschriften im Web nicht nur so aufgebaut werden, dass sie Interesse wecken und angeklickt werden, sondern dass die Leser:innen auch genau das vorfinden, was sie erwartet haben. Das lässt beim Schreiben von Überschriften im Web nur wenig Spielraum für kreative Ausschmückungen. Um die Leser:innen dennoch neugierig zu machen und gleichzeitig genug Informationen zu bieten, haben sich ein paar Stilmittel beim Überschriften-Schreiben bewährt.

 

Das geht bei Überschriften immer: Zahlen und Powerwörter

Auch wenn das Keyword im Fokus stehen sollte – es gibt dennoch mehrere Möglichkeiten, kreative und spannende Online-Überschriften zu schreiben. Schließlich soll die Headline zum Anklicken animieren und muss sich gegen die Konkurrenz zum gleichen Thema bei den Google-Ergebnissen durchsetzen. Beim Formulieren von guten Überschriften gibt es vor allem zwei Methoden, die Leser:innen anziehen und die du immer nutzen kannst.

 

Tipp 1: Baue bei der Überschrift eine Zahl ein

Die meisten Leser:innen lieben Zahlen, denn Rankings und Listen können vom Gehirn leichter verarbeitet werden. Zahlen in Überschriften wirken auf uns konkreter, übersichtlicher und werden mit Zeitersparnis assoziiert. Eine Überschrift wie „9 Tipps zum veganen Kuchenbacken“ wird daher viel wahrscheinlicher angeklickt als bloß „Tipps zum veganen Kuchenbacken“.

Übrigens: Eyetracking-Studien haben gezeigt, dass Zahlen in Online-Texten mehr Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie als Ziffern und nicht als Zahlenwörter geschrieben werden, also „9 Tipps“ statt „neun Tipps“. So dient eine Ziffer in der Überschrift als wahrer Blickfang.

 

Tipp 2: Baue ein sogenanntes Powerwort ein

Powerwörter sind starke Wörter, die bestimmte Emotionen wecken, zum Beispiel:

  • bewährt
  • erstaunlich
  • effektiv
  • fesselnd
  • großartig
  • nützlich
  • perfekt
  • ultimativ
  • verführerisch
  • wirkungsvoll
  • Erfolg
  • Formel
  • Geheimnis
  • Grund
  • Guide
  • Schritte
  • Trend
  • Tricks
  • Wahrheit
  • Zutaten
  • garantiert
  • in nur 10 Minuten
  • in nur einem Tag
  • leicht
  • maximal
  • minimal
  • problemlos
  • sofort
  • schnell
  • wirklich
  • beweisen
  • besiegen
  • entfesseln
  • gewinnen
  • meistern
  • profitieren
  • stärken
  • starten
  • überzeugen
  • zeigen

Doch Vorsicht, mit Powerwörtern sollte beim Texten nicht übertrieben werden. Im Idealfall gilt: nicht mehr als zwei Powerwörter pro Überschrift schreiben, sonst klingt man schnell wie Donald Trump und wirkt unglaubwürdig.

 

Frau liest Online-Überschriften am Laptop

 

11 Ideen für gute Überschriften

Ich habe dir ein paar Vorlagen zum Überschriften-Schreiben zusammengestellt, von denen du dich beim Formulieren deiner nächsten Headlines inspirieren lassen kannst. Also schnapp dir dein jeweiliges Hauptkeyword und passe die Beispiele kreativ an dein Thema an. Falls du deine Texte grundsätzlich professioneller angehen möchtest, helfen dir vielleicht meine 25 kostenlosen Texter-Tools für mehr Effizienz.

Idee 1: Eine Frage, die sich auf ein konkretes Problem deiner Zielgruppe bezieht

Überlege dir eine Frage, wie sie deine Zielgruppe bei Google eintippen würde. Das ist dein sogenanntes Longtail-Keyword, also ein Keyword, das aus mehreren Wörtern oder sogar einem ganzen Satz besteht.

Drei Beispiele:

  • Wie berechne ich als Freelancer einen fairen Stundensatz?
  • Wie schreibe ich eine höfliche Kündigung?
  • Wie erstelle ich einen YouTube-Kanal?

Idee 2: Eine Liste oder Ranking

Internetuser:innen lieben Zahlen in Überschriften – und zwar am besten als Ziffer und nicht ausgeschrieben. Das wirkt als visueller Anker und verspricht Kürze und Übersichtlichkeit.

Drei Beispiele:

  • Die 5 meistgeklickten Artikel auf meinem Blog
  • Meine Top 3 der besten Podcasts für Unternehmer*innen
  • 9 kostenlose Tools für die Keywordrecherche

Idee 3: Tipps und Tricks

Was eine große Zahl an Suchmaschinenbenutzer:innen sucht, sind gute Ratschläge und Lösungen für konkrete Probleme. Die Wörter „Tipps“ und „Tricks“ in Überschriften zu schreiben, ist daher Gold wert.

Drei Beispiele:

  • 5 bewährte Tricks, um im Homeoffice sofort produktiver zu sein
  • 3 Insider-Tipps für erfolgreiche Bewerbungsgespräche
  • Wie du das perfekte Erklärvideo erstellst: Tipps und Tricks

Idee 4: Schritte zum Erfolg

Die Suche nach Erfolg ist ebenfalls ein großes Thema bei Suchen im Internet. Wer einen Fahrplan zu Lösungen und Glück kennt, teilt ihn in kleine, leicht zu bewältigende Schritte und schreibt genau das in die Überschrift.

Drei Beispiele:

  • 5 unverzichtbare Schritte für mehr Reichweite auf Instagram
  • In 3 Schritten zur eigenen Website an einem Tag
  • Der Weg zum eigenen Start-up in 9 einfachen Schritten

Idee 5: Gründe oder Vorteile für etwas

Wir alle haben mit Problemen und Herausforderungen aller Art zu kämpfen. Zu verstehen, warum etwas nicht gut läuft, und zu erkennen, wie etwas besser laufen könnte, sind also genau die Themen, die uns glücklich machen und ins Handeln bringen. Daher solltest du in deine Überschrift schreiben, dass du erklärende Gründe oder relevante Vorteile deiner Zielgruppe kennst.

Drei Beispiele:

Idee 6: Anleitungen und How-tos

Do-it-Yourself ist heute leichter denn je, denn zu fast allem gibt es eine Anleitung im Internet zu finden. Wenn du also einen wirklich guten Weg zur Lösung eines Problems kennst, teile ihn deiner Zielgruppe mit – und mache dein hilfreiches Angebot in der Überschrift deutlich.

Drei Beispiele:

  • How-to-Guide: So gelingt dein erster Instagram-Post
  • Den eigenen Podcast starten: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger
  • Der ultimative Guide, um einen Sales-Funnel aufzubauen

Idee 7: Vor Fehlern warnen

Fehler zu machen, ist zwar ganz normal und gehört zum Leben dazu. Dennoch sind wir froh, wenn wir Ratschläge erhalten, was wir vielleicht besser machen oder uns am besten von vornerein sparen könnten. Gute Überschriften können sich also auch auf zu vermeidende Fehler beziehen.

Drei Beispiele:

  • 5 teure Fehler, die jede:r Selbstständige am Anfang macht
  • Die 6 häufigsten Fehler beim Landingpage-Schreiben
  • Peinlich: So vermeidest du Stilfehler beim E-Mail-Schreiben

Idee 8: Von persönlichen Learnings berichten

Wenn Menschen von positiven Erfahrungen berichten, können wir uns ein Beispiel nehmen und die Erkenntnisse für uns persönlich nutzen. Doch auch von negativen Erfahrungen zu hören ist hilfreich, weil wir sie dann nicht selbst durchleben müssen.

Drei Beispiele:

  • Meine größten Learnings aus 10 Jahren Selbstständigkeit
  • Wie ich 100.000 Euro Jahresumsatz mit Mastermind-Gruppen gemacht habe
  • Google Analytics im Test: Erfahrungen mit dem Trackingtool

Idee 9: Provokante Aussage, die zum Beispiel gegen einen Trend geht

Mit Provokationen gelingt es, die Emotionen der Leser:innen zu wecken und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Was vereinzelt frech und aufrüttelnd wirkt, kommt bei zu häufiger Nutzung allerdings eher protzig rüber und kann einen negativen Beigeschmack bei den Leser:innen hinterlassen. Denn wer will sich schon dauernd provoziert fühlen?

Drei Beispiele:

  • Warum mir SEO beim Texten egal ist – und ich trotzdem bei Google ranke
  • Das Faultierprinzip: So vermeidest du zu viel Arbeit mit deinen Kunden
  • Real Talk: Warum die meisten mit ihrem Online-Business scheitern

Idee 10: Dos and Don’ts

Eine Überschrift mit Dos and Don’ts zeigt Leser:innen: Hier findest du eine Übersicht, was alles in einem bestimmten Bereich zu empfehlen ist und was nicht. Das ist vor allem hilfreich für Menschen, die sich gerade ein neues Themengebiet erschließen.

Drei Beispiele:

  • Richtig bewerben: Dos and Don’ts bei Vorstellungsgesprächen
  • 10 überraschende Dos and Don’ts auf Social Media
  • Praxistipp: Die Dos and Don’ts der Contenterstellung für Blogger

Idee 11: Dein (geheimes) Expertenwissen teilen

Es gibt eine Art, Überschriften zu formulieren, die besonders gut die Emotion Neugierde weckt: Wenn du ein Geheimnis um etwas machst. Dann bekommen Leser:innen nämlich das Gefühl, dass sie zu einem begrenzten Kreis von Eingeweihten gehören.

Drei Beispiele:

  • Das Geheimnis glücklicher Unternehmer*innen
  • Diese verblüffende Gewohnheit teilen sich die acht reichsten Frauen der Welt
  • Mit diesen 3 Zutaten wird dein Angebot unwiderstehlich

 

Fazit für gute Überschriften

Wie du siehst: Mit der richtigen Vorlage und etwas Übung, ist Überschriften schreiben gar nicht so schwer. Wichtig ist, dass du nicht nur für Google schreibst, also dein Keyword unterbringst, sondern auch an deine Zielgruppe denkst. Versuche das Thema aus ihrer Perspektive zu betrachten und überlege, was sie interessiert. Füge im Idealfall dann noch ein Powerwort oder eine Zahl in die Überschrift mit ein und achte darauf, dass der nachfolgende Text hält, was die Überschrift verspricht.